Abgrundtief schauen wir in die Seelen der Menschen, und zwar in die der anwesenden am Brettspieltisch. Anschuldigungen werden ausgesprochen, jedes Zucken der Wimper interpretiert und vor allem mitgezählt, welche Karten gelegt wurden. Denn die entscheiden über den Erfolg bzw. Misserfolg der Überfahrt des Atlantik und dem Leben der Passagiere.

Hoch dramatisch hört es sich an, was wir hier machen sollen. Aber dennoch ist schnell erklärt, was man im Spiel tun kann, damit die besagte Überfahrt auch wirklich klappt. Die Menschen und diejenigen die sich als solche ausgeben, sind teil einer Schifffahrt über den Atlantik. Und vollkommen überraschend kommen Monster und Ungeheuer aus den Tiefen empor, um dieses Schiff in der Abgrund zu ziehen.

Am Anfang des Abends gibt es eine Übersicht der Regeln. Die sind an sich recht überschaubar, daher verwenden wir mehr Zeit darauf zu erklären, was das Spiel von uns will. Es möchte nicht, dass wir Aufgabe um Aufgabe lösen können, das dann mechanisch abarbeiten, was dem Spielziel natürlich zuträglich ist. Das Spiel möchte vielmehr den Unfrieden zwischen den Spielenden und Zwietracht streuen.

„Geht uns eins davon aus, ist das Spiel verloren.“

Die Rollen der Einzelnen werden verdeckt ausgeben. Vermutlich sind alle Menschen, also möchten wir alle dass die Überfahrt funktioniert. Was wir nicht wissen ist, ob nicht doch eine der Verräterkarten ausgegeben wurde und eine/einer von uns das Scheitern der Mission möchte. Geschickt sollte sich die/derjenige in den Abstimmungen der Aufgaben verhalten. Fatal ist immer, wenn wir diese Aufgaben nicht schaffen, so verlieren wir wertvolle Dinge, wie Seelen, Nahrung, seelische Gesundheit oder Treibstoff. Geht uns eins davon aus, ist das Spiel verloren.

Als wäre das Ganze nicht genug werden wir andauernd von Monstern heimgesucht, oder genauer gesagt schiffgesucht. Sie los zu werden ist eine ziemliche Herausforderung. Und ähnlich wie die gemeine Lebensmittelmotte, so sind sie schwer wieder los zu bekommen, sobald sie sich im irgendwo fest gebissen haben.

„Woher kommt denn jetzt diese rote Karte? Hast du nicht….“ und so fängt das Katz und Maus Spiel an. Und an diesem Abend fiel das früh auf. Jedoch war es uns nicht möglich den Verdächtigen in die Brig zu schicken, da wir mehrere Dinge gleichzeitig zu lösen hatten und nicht die Aktion vergeuden wollten eine Abstimmung darüber zu starten. Daher bekämpften wir Monster, löschten Brände auf dem Schiff und rätselten woher plötzlich dieses Boot kam.

Gegen das geballte Böse war kein Kraut gewachsen.

Am Ende schafften es die Menschen natürlich nicht über den Atlantik. Es war ja schon fast klar, das komplette Außendeck des Schiffs war mit Monstern übersät, durch sie auch alle Sonnenliegen belegt. Ob das jedoch der Stimmung am Tisch Abbruch tat? Mit Nichten! Es war spaßig, wie immer, wenn Abgrundtief gespielt wird. Diese verdeckten Rollen bringen Würze ins Spiel, alles Andere ist dann nachrangig.

Fazit: Es macht mir und in jedmöglichen Besetzungen ganz großen Spaß. Und falls es jemanden aufgefallen ist, der Begriff „Battestar Galactca“ fiel gar nicht.


1 Kommentar

Abgrundtief - 27.07.2023 - Brettspielen Mannheim · 28. Juli 2023 um 12:04

[…] Okay, dann gleich zu Anfang. Ja, es ist irgendwie der Nachfolger des großartigen und unnachahmlichen „Battlestar Galactica“. Und auch ja, Abgrundtief ist für sich ein Spiel, das alleine stehen darf, trotz des legendären Vorgängers. Und vor allem ja, man darf sich den Luxus gönnen beide Spiele sein Eigen zu nennen, denn beide kommen immer wieder mal auf den Tisch, und das völlig zurecht. Somit hätten wir die Einleitung über den Vorgänger und das Fazit in einen Absatz gepackt. Hier der Link zu unserer damaligen Runde. […]

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